Flieger über Amazonien

A / 2008 / Dokumentarfilm / 35 mm / 80 min

 

Amazonien, das sind Flüsse, Wolken, die sich himmelhoch bauschen, Wind, fette Tropfen, schwere Regen, Schönheit und Orte, wo noch kein Mensch seinen Fuß hingesetzt hat, zum Glück. Die brasilianischen Piloten Fernando und Nilton leben in der Dschungelmetropole Manaus und heben zu Lande und zu Wasser in Amazonien ab unter Bedingungen, in denen nur die Besten bestehen und der Tod gegenwärtig ist.

„Am Tag der Republik hat über uns ein Pilot seine Runden gedreht. Der dort oben und ich hier unten. Mir reicht's am Boden. Ich will in die Luft." Also ist Nilton aus dem Priesterseminar ausgetreten und Pilot geworden. Der Familienmensch und Melancholiker fliegt mit einer Cessna Caravan in der Einsamkeit des Hinterlandes. Transportiert Nutten und Gipsengel, Versandhauspost und Indios, Tote und Gemüse.

„Mich zieht's zum Wasser, mein Flugzeug muss im Wasser sein. Vielleicht bin ich ja ein Sohn von Yemanjá, der Mutter der Flüsse. Fliegen ist jedenfalls das, was ich brauche." Fernando, der Nomade und Wassermann, ist mit der Lake Renegade seines Chefs unterwegs, dem die schwimmenden Tankstellen auf dem Rio Negro gehören. Seine Vorbilder sind Mary Poppins, die fliegen und zaubern kann, und sein Onkel Valdivino, ein legendärer Koksflieger, dessen Glanz und Niedergang er miterlebt hat und an dem sein Herz hängt.

„Fliegen ist ein einsames Geschäft. Du bist da oben, Stunde um Stunde, allein, im Wechselbad deiner Gefühle, zwischen heller Geborgenheit und rabenschwarzen Löchern. Und dann siehst du, wie die Sonne über den Horizont kommt oder verschwindet." Der Film begleitet Nilton und Fernando auf ihren Flügen im Kosmos Amazonien. In zwei Monologen aus dem Off erzählen sie ihr Fliegerleben in Rückblick, Ausblick und Reflexion.